Der Tibet Terrier hat hat ein doppelschichtiges Fell, d.h. es besteht aus dem langen Deckhaar und der feinen kürzeren Unterwolle. Insgesamt ist die Behaarung reich und dicht, beim erwachsenen Hund lang, meist leicht gewellt, soll jedoch nicht bis zum Boden reichen.

Das Deckhaar beim Tibet Terrier - es ist fein und fest, fällt glatt oder leicht gewellt.

Die Unterwolle - dicht, fein und weich. Sie ist es, die unsere Geduld bei der Pflege so manches Mal auf die Probe stellt...
‘Deckhaar’ bedeutet nicht, dass dies nur oben auf dem Körper wächst, und ‘Unterwolle’ unten. Deckhaar hat der Hund am ganzen Körper, an den Läufen wächst es nur nicht so lang wie auf dem Rücken oder an der Rute. Zwischen den einzelnen langen Haaren des Deckhaares wächst die weiche Unterwolle, die beim Tibet Terrier im Vergleich zu anderen Rassen recht lang ist, aber nicht so lang wie das Deckhaar ist.
Diese Beschaffenheit des Haarkleides war für den Tibet Terrier in seiner Heimat überlebenswichtig. Es dient als Schutz vor widrigen Umweltbedingungen in den rauen Hochlagen Tibets. So hat das glatte, feine und dabei feste Deckhaar die Eigenschaft intensive UV-Strahlung zu reflektieren. Gemeinsam mit der dichten weichen Unterwolle bietet das Fell Schutz vor eisiger Kälte und scharfen Winden. Entsprechend der Jahreszeit ist dies im Winter dicht und üppig im Sommer weniger. Der Tibet Terrier als kleiner Wachhund der Nomadenfamilien, sah sich aber auch den Attacken wilder Tiere ausgesetzt. Sein dickes Haarkleid schützte ihm vor so manchem Biss.
Durch die Kombination von Deckhaar und dichter Unterwolle kann Nässe nicht so schnell bis auf die Haut durchdringen. Das Foto zeigt schön, wie das Haar auf der Wasseroberfläche bleibt. Jedoch sind viele Tibet Terrier keine großen Schwimmer und meiden gern den Regen. Stürzt sich ein Labrador mit Übermut in die Fluten, bleibt der Tibet Terrier eher am Ufer stehen. Oder es regnet und die Wiese ist nass – dann muss er nicht unbedingt raus. Dies ist noch das typische Verhalten dieser Rasse in seiner Heimat Tibet. Sie konnten es sich nicht erlauben unnötig nass zu werden wenn am Abend die Kälte oder gar Frost hereinbricht.
Die Haarqualität
ist größtenteils genetisch vorgegeben. Nicht nur Vater und Mutter haben Einfluss, sondern auch Großeltern und Urgroßeltern. Das Fellstruktur kann von Hund zu Hund unterschiedlich sein, ebenfalls die Wachstumsphasen. Pflegetechnik und Pflegeprodukte variieren je nach Felltyp.
Das Deckhaar von Welpen und jungen Hunden ist noch nicht so fest wie bei einem erwachsenen Hund. Manche Tibet Terrier entwickeln bereits mit 1-2 Jahren ein langes festes Deckhaar, manchmal muss man sich aber auch 4 Jahre gedulden.
Die Haarstruktur
Mikroskopisch betrachtet ähnelt die Struktur der äußeren Haarschicht der eines Tannenzapfens. Bei gesundem Haar liegt diese fest und glatt an und umschließt das Haarinnere, schützt es somit vor schädlichen äußeren Einflüssen.
Je länger, und damit älter, das Deckhaar wird, kann sich seine Struktur verändern, denn es wird vielen Belastungen ausgesetzt: Sonnen- bzw. UV-Strahlen; Kälte und Hitze; Schmutz, Blätter, Äste; Kämmen und Föhnen, aber auch Shampoo und Spülungen gehören dazu.
Bei geschädigtem Haar ist die äußere Haarschicht offen und rau. Das Haar ist trocken und glanzlos und schaut womöglich krauser aus als es ist. Die Elastizität lässt nach und es reißt oder bricht leichter ab.
Gesundes Haar kommt von innen. Daher ist es wichtiger auf eine ausgewogene nährstoffreiche Ernährung zu achten als auf den Kauf von diversen Pflegeprodukten.

Gesundes, gepflegtes und daher glänzendes Fell
Angenehme Eigenschaften
Tibet Terrier haaren nicht. Was versteht man darunter genau? Sie verlieren nicht permanent Deckhaar, wie man es von kurz- und lang-stockhaarigen Rassen kennt bzw Rassen, welche kaum Unterwolle haben. Das ist sehr angenehm, weil nicht überall Haare liegen, die sich in Teppiche und Polster bohren. Aber auch der Tibet Terrier verliert mehr oder weniger täglich Haare – vor allem Unterwolle. Diese losen Haare verbleiben im Fell und müssen regelmäßig durch kämmen und bürsten entfernt werden. Selbst bei bester Pflege wird es nicht ausbleiben, dass sich einige Haare in der Wohnung und auf der Kleidung breit machen.
Haut und Haar des Tibet Terriers hat einen sehr feinen dezenten Geruch – dies ist sehr angenehm. Selbst wenn Sie mehrere Hunde haben, wird ihr Besuch nicht die Nase rümpfen, weil es im Haus ‘nach Hund’ riecht. Diesen Maßstab können Sie im übrigen durchaus auch bei einem Besuch beim Züchter anlegen.
Es ist tatsächlich so, dass Menschen mit Hundehaarallergie oftmals keine allergische Reaktion beim Kontakt mit einem Tibet Terrier zeigen. Eine Erklärung für diese Eigenschaft muss ich ihnen leider schuldig bleiben. Ein Zusammenhang zu den vorab genannten Eigenschaften ist sicherlich zu sehen. (Ich bin dankbar, wenn jemand hierzu fachliche Infos beisteuern kann)


