Impfungen

Über viele, viele Jahre hinweg war es gänige Praxis, den Hund jährlich gegen die wichtigstens Infektionskrankheiten Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Ansteckende Leberentzündung – Hepatitis (HCC) und Tollwut zu impfen. Hinzu kamen dann noch Impfungen gegen Zwingerhusten und Borreliose. Wird ihr Tibet Terrier 14 Jahre alt, und erhält jährlich eine 5-fach Impfung, wären das einschließlich Grundimmunisierungen 80 Impfungen auf die einzelnen Impfstoffe gerechnet + x-mal Zwingerhussten + x-mal Borreliose. Einfach viel zuviel…! Das Immunsystem des Hundes ist nicht schlechter ist als das von uns Menschen ‑ und wir kämen sicher nicht auf die Idee, uns jedes Jahr neu z.B.gegen Mumps und Masern impfen zu lassen.

Zwar folgte auch ich anfänglich den Empfehlungen und Impfplänen der Tierärzte und Institutionen, hatte aber immer ein ungutes Gefühl, wenn ich von schweren Impfschäden bei Hunden hörte und im Internet darüber las.

Bereits vor Jahren zeigten Studien in den USA, dass wirksamer Impfschutz auch bei grösseren Impfintervallen besteht, vorausgesetzt es erfolgte beim Welpen / Junghund eine korrekte Grundimmunisierung. Erfolgreichen Impfungen schützen demnach bei Staupe (S)/ Hepatitis (HCC)/ Parvovirose (P) bis zu 7 Jahren und bei Tollwut mindestens 3 Jahre (meist länger).

Zum Glück wird jetzt auch in Deutschland reagiert und die Impfschemata werden geändert.
Die Impfempfehlung des bpt » Bundesverband Praktizierender Tierärzte :

Die Grundimmunisierung erfolgt viermalig:
* 8 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose
* 12 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut
* 16 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose, Tollwut
* 15 Lebensmonaten: Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

Diese Grundimmunisierung ist nicht unbegrenzt wirksam und muss regelmäßig durch die sog. Wiederholungsimpfung erneuert werden:

Tollwut: es gelten die Wiederholungsimpftermine entsprechend der Packungsbeilage (fragen Sie ihren TA nach Impfstoffen mit 3-jähriger Gültigkeit)
Staupe, HCC, Parvovirose: ab dem 2. Lebensjahr in dreijährigem Rhythmus
Leptospirose: Jährliche Wiederholungsimpfungen (in Endemiegebieten häufiger) sind zu empfehlen.

weiterführender Link: » Vollständige Impfempfehlung des bpt

Impfschutz bei Welpen:

Mit Ausnahme der Parvovirose und der Staupe (beides sind hochansteckende, weltweit verbreitete Viruserkrankungen) sind Welpen für gewöhnlich bis zur 10. Lebenswoche durch mütterliche Schutzstoffe geschützt. Besteht im Einzugsgebiet des Züchters erhöhte Gefahr für eine Parvovirose- oder Staupe-Infektion, sollten Welpen in der 6.Lebenswoche frühimmunisiert werden.

Üblich ist es die Welpen im Alter von ca. 7 – 8 Wochen das erste Mal gegen Parvo, Staupe, HCC und Leptospirose zu impfen. Mit 8 Wochen haben Welpen jedoch noch maternale Antikörper, d.h. sie sind über die Mutterhündin geschützt. Diese Antikörper können den Impfwirkstoff “neutralisieren”. Dies ist der Grund, warum 4 Wochen nach der ersten Impfung nachgeimpft wird. Man geht davon aus, dass bei Welpen die Antikörper mit 12 Wochen, wahrscheinlich sogar eher erst mit 14 Wochen nicht mehr vorhanden sind. Deshalb sollte man nicht zu früh mit der Imfung beginnen.

Das sinnvollste wäre es wohl, die Welpen erst nach Titerbestimmung und zuerst nur auf Staupe und Parvovirose impfen zu lassen und auf einen Impfcocktail mit zusätzlichen Komponenten in diesem sehr frühen Alter zu verzichten.

Die Tollwutimpfung sollte nicht vor der 14. Lebenswoche gemacht werden. Einige Fachleute raten zu einer Impfung erst ab der 16. Woche. Einzelimpfungen bei Tollwut erzeugen lt. diverser Studien einen besseren Antikörper-Titer als bei Kombi-Impfstoffen. Daher ist zu überlegen, diese getrennt zu den anderen Impfungen vorzunehmen.

Eine weitere Impfung nach einem Jahr sorge dann (einigen amerikanischen Studien zufolge) für eine lebenslängliche Immunität bei Staupe, Parvovirose und HCC, wenn die Grundimmunisierung tatsächlich 100%ig gewirkt hat. Mehrere Jahre Impfschutz bei Tollwut. Aber nicht bei Leptospirose!

Weitere Impfungen

Folgende Impfungen sollten nach aktueller Seuchenlage und in Absprache mit ihrem TA erfolgen:
Leptospirose:
Die Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche) ist eine bakterielle Erkrankung und wird durch verschiedene Leptospiren – Erreger hervorgerufen. Die Impfung wirkt aber nur gegen wenige der fast 200 bekannten Bakterienarten. Die Wirkung ist wahrscheinlich nur 4 Monate. Eine Infektion mit Leptospiren kann direkt erfolgen (werden u.a. mit dem Urin von Ratten, aber auch infizierter Hunden, ausgeschieden) oder indirekt über eine kontaminierte Umwelt. Sie kommen oft in warmen, stehenden Gewässern vor. Lassen Sie deshalb ihren Hund (insbesondere im Sommer) nicht in verschmutzen Teichen und Tümpeln baden oder sie daraus trinken.
Zwingerhusten:
Der Zwingerhusten ist eine hoch ansteckende multifaktorielle Erkrankung der oberen Atemwege. Die verfügbaren Impfstoffe wirken nur gegen einige Erregeraten. Die Impfung ist dann sinnvoll, wenn im Einzugsgebiet ein erhöhtes Risiko einer Infektion besteht oder ihr Hund Kontakt zu vielen Hunden hat (Hundeparks, Hundeschulen, HuTas). Wirksamkeit ca. 4 Monate – max 1 Jahr.
Borreliose:
Die Impfung bietet nur einen gewissen Schutz gegen eine Borrelien-Spezies. Außerdem besteht der Verdacht, dass Hunde, die durch einen Zeckenbiss bereits mit Borrelien infiziert, aber nicht erkrankt sind, nach einer Impfung erkranken können. Daher wird die impfung sehr umstritten.
Das Beste, was man gegen die Hunde-Borreliose tun kann, ist wohl die Vorbeugung: Den Hund äußerlich mit einem der gegen Zecken wirksamen Mittel behandeln (Scalibor-Halsband, Frontline u. a.) und nach jedem Spaziergang gut nach den Tierchen absuchen.

****
Hinweis: Die Informationen auf dieser WOTT Seite wurden zuvor sorgfältig recherchiert und stellen nur eine Empfehlung dar. Ich übernehmen infolgedessen keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung für Schäden jedweder Art.

Der Tibet Terrier

Es ist die einzige Rasse der Welt, welche eine solch romantische und mythische Geschichte hat. Lesen…

Artikel Erziehung

Noch nie hat es so viel Spaß gemacht seinen Hund zu erziehen wie jetzt. Lesen…

Artikel Check-up Zuhause

“Kleine Ursache – große (Aus-)Wirkung” – Das muss nicht sein, vor allem nicht wenn es um die Gesundheit ihres Hundes geht. Lesen…