Patellaluxation – Kniescheibenluxation

Krankheitsbild:

Unter Patellaluxation versteht man die Instabilität der Kniescheibe (Patella), welche deshalb aus ihrer Gleitrinne im Oberschenkelknochen springen (Luxation) kann.

Bei einem gesunden Kniegelenk ist die Kniescheibe fest in ihrer Position in der Gleitrinne. Weist das Kniegelenk eine Fehlstellung auf und / oder ist die Gleitrinne nicht tief genug kann die Kniescheibe spontan während der Bewegung aus der Gleitrinne springen (bei TT häufiger nach innen als nach außen). In leichten Fällen zieht der Hund das betroffene Hinterbein und macht einige Zwischenhüpfer. Dabei springt die Kniescheibe zurück in die Gleitrinne und der Hund läuft normal weiter.

Mit der Zeit können Gelenksentzündungen und Knorpelschäden entstehen, die Schmerzen verursachen. In schweren Fällen liegt eine ständige Lahmheit vor, da die Kniescheibe nicht von allein in die Gleitrinne springen kann.

Die Untersuchung:

Eine Untersuchung auf Patellaluxation wird am erwachsenen Hund im Laufen, Stehen und Liegen durchgeführt. Zunächst wird das gangwerk beobachtet, danach werden beide Hinterbeine im Stehen und Liegen gründlich abgetastet. Hierbei wird vor allem kontrolliert, ob sich die Kniescheibe verlagern lässt und unter welchen Bedingungen sie wieder in ihre korrekte Position zurück gleitet. Außerdem wird die form der Ober- und Unterschenkelknochen untersucht. ⎨Quelle: Dr.C.Pox, WOTT Magazin⎬

Untersuchung der Kniescheibe am stehenden Hund

Untersuchung der Kniescheibe am stehenden Hund

Untersuchung im Liegen /Fotos © Brüggemann

Untersuchung im Liegen /Fotos © Brüggemann

Therapie:

Bei leichten Fällen hilft häufig eine Spritzen-Kur mit Anabolika (Präparate zum Muskelaufbau) bei gleichzeitigen Bewegungstraining, schwere Fälle müssen operiert werden (Vertiefung der Führungsrinne für die Kniescheibe, Verlagerung des Sehnenansatzes des Muskels, in dessen Sehne die Kniescheibe liegt). ⎨Quelle: Dr.C.Pox, WOTT Magazin⎬

Erblichkeit:

Es wird von einer Erblichkeit ausgegangen, wobei jedoch noch nicht bekannt ist, wie genau die PL vererbt wird. Ursache kann auch eine Krafteinwirkung von außen sein, z.B. ein Unfall.

Zuchthygienische Maßnahmen:

Zuchttiere sollten vor der Zuchtverwendung, frühestens mit 12 Monaten) auf PL untersucht werden. Diese Untersuchung sollte nur von speziell geschulten Tierärzten* vorgenommen werden, was momentan jedoch nicht vorgeschrieben ist. Hunde mit den Graden PL-0 (frei) und PL-1 (leicht) dürfen zur Zucht eingesetzt werden. Der Züchter kann das Untersuchungsergebnis / Befundbogen vorlegen.
*Auf der HP vom “Bundesverband praktizierender Tierärzte – bpt” finden Sie Adressen von speziell für diese Untersuchung geschulten Tierärzten: » Link: bpt

Artikel:

Artikel Vererbung

Beim Tibet Terrier werden folgende Krankheiten autosomal-rezessiv vererbt: PRA, LL, CCL …..

Artikel HD

Was ist HD? Das Röntgenbild. Symptome. Erblichkeit…..

Artikel Kniegelenk

Krankheitsbild. Die Untersuchung. Therapie. Erblichkeit…..