Erfahrungen die ein Welpe in der Welpenschule macht können von unschätzbarem Wert für seine zukünftige Entwicklung zu einem selbstsicheren Hund sein. Denn Spielen ist nicht einfach nur Spaß haben, sondern Spielen ist Lernen.
Was ein Welpe hier erlebt wird ihn maßgeblich in seinem späteren Verhalten prägen. Daher ist es sehr wichtig, nicht nur eine Welpentreff zu besuchen, sondern diesen vorher genau auszusuchen. Welpenspielgruppen müssen mit viel Sachverstand von einfühlsamen und erfahrenen Hundetrainern durchgeführt werden.
Ein guter Hundetrainer kann helfen die Verhaltensweisen des jungen Hundes in die erwünschte Richtung zu steuern und seine Wesensentwicklung zu fördern. Er sollte die Fähigkeit haben genau einzuschätzen, was man einem Welpen in der jeweiligen Situation zutrauen kann, ob er in der Lage ist ein mögliches Problem selbstständig zu lösen bzw. ihn bei der Lösungsfindung zu helfen, sowie in Situationen wo die jungen Wilden über das Ziel hinausschießen regulierend einzugreifen.
Einem guten Hundetrainer muss es auch gelingen, den Besitzern zu helfen die Verhaltensweisen seines Welpen selbstständig zu erkennen und richtig zu reagieren. Hierfür braut der Trainer ihre Aufmerksamkeit und Mitarbeit. Scheuen sie sich also nicht Fragen zu stellen und um Hilfe zu bitten, wenn Sie ein bestimmtes Problem haben. Meist stellt sich dabei heraus, dass es gar kein Problem ist, sondern eine bestimmte Verhaltensweise ihres Schützlings, welches man nicht recht einschätzen kann und daher unsicher ist, wie man sich verhalten soll.
Wie man sieht, sind alle Beteiligten einer Welpenschule – Welpe, Hundetrainer und Besitzer – gefordert. Optimal für die Durchführung der Welpenspielgruppen sind daher
- Alter der Welpen liegt zwischen 8 – 16 Wochen (danach Junghundkurs)
- pro Trainer nicht mehr als 6 Welpen, bei mehr als 12 Welpen sollte in 2 Spielgruppen aufgeteilt werden
- Welpen werden ggf nach Temperament und Spielverhalten getrennt
- die Welpen spielen eigenständig miteinander, sie sollen lernen auch mit anstrengenden Situationen umzugehen und Konflikte selbstständig zu lösen
- die Hundetrainer erklären das Spielverhalten; wenn nötig brechen sie das Spiel ab (kein Welpe darf überfordert werden)
- Kennenlernen unterschiedliche Umweltreize (Flatterbänder, Geräusche, Regenschirme etc) und Untergründe
- erste Übungen, wie z.B. Sitz, werden trainiert; schon jetzt sollte mit einem Rückruftraining begonnen werden
- mit Hilfe von Übungsgeräten werden Balance und eigenes Körpergefühl gefördert
Tibet Terrier sind anders, und andere Hunde sowieso
Einen weiteren positiven Aspekt der Welpenspielgruppen möchte ich keinesfalls unerwähnt lassen. Es ist das Zusammentreffen von ganz unterschiedlichen Hunderassen. Das Ausdrucksverhalten der Hunde ist zwar grundsätzlich sehr ähnlich, aber durch die Veränderungen im Erscheinungsbild nicht immer eindeutig zu erkennen. So hat der Hund, welcher dem Wolf im äußeren Erscheinungsbild noch sehr ähnlich ist, zum Beispiel Stehohren, kurzes Stockhaar, eine lange gerade getragene Rute. Kommuniziert dieser Hund mit Artgenossen, kann er an der Haltung der Ohren, der Faltenbildung der Stirn, an feinen Veränderungen der Lefzenhaltung, am Aufstellen der Nackenhaare oder an der Rutenhaltung, die jeweilige Stimmung und Situation des anderen ‘lesen’ und angemessen ‘antworten’.
Und nun schauen Sie sich unseren Tibet Terrier an: er hat Hängeohren wo man schon genauer Hinschauen muss, um Stimmungen abzulesen, dicke Behaarung am Kopf lassen Faltenbildung zwischen Augen oder dem Fang nicht erkennen, über die Lefzen werden von der Gesichtsbehaarung überdeckt, das lange Deckhaar im Nacken stellt sich nicht mehr auf und die Rute liegt hochoben über dem Rücken.

Hier wird bereits intensiv kommuniziert. Achtet auf die Gesichtsmimik (Lefzen, Stirn…) Ohren, Körper- und Rutenhaltung. (Fotos: C.Alfs)
Das unterschiedliche Erscheinungsbild der diversen Rassen macht es den Hunden schwerer miteinander zu kommunizieren. Jeder spricht sozusagen einen eigenen Dialekt. Die sozialen Gesten, zum Beispiel die Ohren nach hinten legen oder Zähne zu zeigen, sind dem Hund angeboren. Jedoch nicht die Fähigkeit, diese bei anders aussehenden Artgenossen zu erkennen und darauf richtig zu antworten. Wenn der Welpe in dieser frühen Zeit seines Lebens möglichst viele verschieden Hunde in einem positiven Kontext kennenlernt, speichert er diese Erlebnisse ab und lernt ganz entspannt ihre Sprache zu verstehen. Dies erleichtert ihm später den Kontakt zu Artgenossen, egal ob groß oder klein, kurz- oder langhaarig, mit Steh- oder Schlappohren, langer Rute oder Stummelschwanz.



